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Hainan: Wird Chinas Tropeninsel zum Surf-Hub?

· 3 MIN READ · SOURCE: Surfer Magazine

Hainan, Chinas tropische Insel im Südchinesischen Meer, baut sich gerade zum ernsthaften Surf-Reiseziel um — mit einer neuen Wave-Pool im Olympic-Standard, 13 dokumentierten Pointbreaks und einer Regierung, die kräftig in Tourismus investiert. Surfer Magazine berichtet, dass Surf China Co. die Insel offensiv als nächsten internationalen Hotspot positioniert.

Was vor 40 Jahren als „exotisch, einsam, leer” galt — so der erste Surfer-Reportage-Bericht von 1980 — ist heute eine Insel mit visa-freiem Zugang für 86 Länder, 1,5 Millionen internationalen Touristen (2025) und einer Surf-Szene, die zwar noch klein, aber rasant wächst.

Was passiert ist

Im Mittelpunkt steht das Riyue Bay Surf Resort an der Ostküste von Hainan. Es beherbergt die erste PerfectSwell-Anlage Chinas — eine künstliche Welle mit 23 Einstellungen, von Mikro-Wellen für Einsteiger bis zu Pro-Profil-Sets in den Kategorien Large, Medium, Small und Micro. Eröffnet im November 2025, ist der Park der Auftakt für Chinas „2026 Hainan Marine Tourism Year”.

Daneben bietet die rund 1.000 Meilen lange Ostküste laut italienischem Surf-Coach Nick Zanella „13 Pointbreaks auf 200 km Küste” — bei einer Surfer-Population, die historisch unter 50 lag. NE-Monsun-Swells im Winter, Süd-Groundswells zwischen August und Oktober und konsistent ablandige Winde an den Left-Pointbreaks runden das Bild ab. Bereits in den 1990ern fuhren japanische Shaper rund um Hiroshi Yonekawa regelmäßig hin, in den 2000ern entstand mit Robert „Wingnut” Weaver eine erste Expat-Crew rund um die legendäre „Mama’s Hut” in Riyue Bay.

„We aren’t worried about overcrowding. We want surfers to come to Hainan“, sagt Ethan Huang, Co-Gründer von Surf China Co., gegenüber Surfer Magazine. China baut parallel 15 weitere künstliche Wave-Parks im ganzen Land — Hainan ist nur der Anfang.

Was das bedeutet

Für deutsche Wassersportler ist Hainan eine interessante Alternative zu den klassischen Asien-Surftrips nach Indonesien oder den Philippinen. Visa-frei einreisen, ganzjährig warmes Wasser, moderne Infrastruktur und — neu — eine professionelle Wave-Pool als Fallback, wenn der Ozean mal flach ist. Das Riyue-Bay-Setup deckt Anfänger bis Profis ab, was es für Familien-Trips attraktiv macht. Ergänzend gibt es mehr als 15 Golfplätze, darunter Shanqin Bay (weltweit #6 nach Golfweek) und Mission Hills Haikou — ein Surf-und-Golf-Hybrid, den es so in Asien selten gibt.

Spannend ist auch der Olympic-Kontext: Mit der 15-jährigen Siqi Yang stellte China 2024 erstmals eine Olympia-Surferin (in Teahupoʻo). Die Regierung pumpt in den nächsten Jahren in die nationale Trainings-Infrastruktur — Riyue Bay ist Hauptstandort der Camps. Für die internationale Tour bedeutet das: Mittelfristig wäre ein WSL-Event in einem Olympic-Pool in China kein Hirngespinst mehr.

Was wir mitnehmen

Hainan ist ein Spot, der bisher unter dem Radar der DACH-Surf-Community lief — zu Unrecht. Pointbreaks ohne Crowd, eine Pro-Wave-Pool und visa-freier Zugang sind drei Argumente, die zusammen selten vorkommen. Hang loose. Ride loud.

QUELLE / SOURCE Surfer Magazine ↗

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