Maria Behrens ist aktuell die beste deutsche Wave-Windsurferin: Die 23-Jährige aus Lübeck steht nach ihrem zweiten Platz beim Maui Pro Am am Ho‘okipa auf Rang 2 der PWA-Weltrangliste 2026 – das beste Saisonstart-Ergebnis ihrer Karriere.
Behrens ist an der Ostsee groß geworden, hat spanische Wurzeln (ihre Mutter stammt aus Sevilla) und fährt für das Duotone-Team. Dass eine Norddeutsche im pazifischen Wellenrevier von Maui aufs Podium fährt, ist eine kleine Sensation – und ein Signal, wie stark das deutsche Windsurfen 2026 aufgestellt ist.
Was passiert ist
Ihre Eltern brachten ihr das Windsurfen mit 12 Jahren auf einem flachen See bei Lübeck bei. Den entscheidenden Wasserstart lernte sie 2014 auf Maui – danach ging es an der Ostsee in die ersten kleinen Wellen und später um die ganze Welt. Ihren ersten Wettkampf fuhr sie 2018 beim Danish Open in Klitmøller, 2019 folgte das erste internationale Event auf Teneriffa in der U20.
Ende 2019 unterschrieb sie bei Duotone und holte 2020 den Rookie-of-the-Year-Award. Beim Maui Pro Am am Ho‘okipa fuhr sie jetzt auf den zweiten Platz – ihr zweites Podium auf der Insel. Im Einsatz hatte sie ein Duotone Ultra Grip mit 69 Litern und ein 4,5er Super Hero D/LAB; wegen des leichten Windes griff sie bewusst zum größeren Segel. Behrens betreibt parallel Wave-Wingfoiling, studiert Online-Marketing und plant rund fünf Events in dieser Saison. Ihr Vorbild ist die 28-fache Weltmeisterin Sarah-Quita Offringa. „My dream is to become Women’s Wave World Champion one day“, sagt sie.
Was das bedeutet
Rang 2 zum Saisonstart ist mehr als ein Achtungserfolg: Es bringt eine deutsche Fahrerin in den engsten Titelkampf der Frauen-Wave-Klasse. Behrens selbst beschreibt das Niveau der Frauen-Flotte als so stark wie nie – und genau dieser Druck hebt die gesamte Disziplin. Für die heimische Szene ist das ein starkes Vorbild: Wer an der Ostsee anfängt „sobald es über 2 Grad hat“, kann es bis nach Ho‘okipa schaffen. Dass das deutsche Ostsee-Windsurfen mehr kann als Freizeit, zeigte zuletzt auch Maciek Rutkowskis Rekord-Querung – das Revier produziert Substanz, nicht nur Schönwetter-Sessions.
Spannend wird der Sommer: Die nächsten Weltcups stehen auf den Kanaren an, wo Pozo und El Cabezo traditionell über Titel entscheiden. Behrens reist als Tabellenzweite an – mit Selbstvertrauen, aber auch dem Wissen, dass die Top-Fahrerinnen dicht beieinander liegen.
Was wir mitnehmen
Von zwei Grad Ostsee bis zu den Pazifik-Sets von Ho‘okipa: Maria Behrens zeigt, dass Konstanz und echte Wellenliebe weiter tragen als jedes Heimrevier. Hang loose, ride loud – und ein bisschen Daumen drücken für die Kanaren.