Para-Surfen hat eine neue Geschichte, die hängen bleibt: Tamir Dudi, 26, hat im Gaza-Krieg seinen rechten Arm verloren — im November will der Surfer aus Israel bei der Para-Surf-WM in Kalifornien aufs Podium.
Erzählt hat sie das US-Magazin Beach Grit in einem aktuellen Porträt. Es geht darin weniger um den Krieg als um die Frage, was Surfen leisten kann, wenn ein Leben komplett neu sortiert werden muss.
Was passiert ist
Dudi wuchs an den Stränden von Tel Aviv auf und stand schon als Jugendlicher auf dem Board, bevor Ausbildung und Militärdienst das Surfen in den Hintergrund drängten. Im Januar 2024 wurde der Offizier bei Kämpfen im Gazastreifen schwer verwundet: Granatsplitter, dazu eine Schussverletzung am Bein. Es folgten 17 Operationen in Israel, den USA und Österreich.
Anderthalb Jahre lang versuchten Ärzte, Arm und Bein zu retten. Der rechte Arm blieb gelähmt und schmerzte dauerhaft — am Ende entschied sich Dudi bewusst für die Amputation. Kurz danach stand er wieder am Strand von Tel Aviv und versuchte, mit einem Arm aufs Board zu kommen. Erst wacklig, dann besser. Inzwischen trainiert er drei bis vier Sessions pro Woche, zuletzt in einem Trainingscamp in Kalifornien, unterstützt von Coach Daniel Sigura und den Sponsoren Billabong und Ultra Wave. Seine Haltung fasst er selbst am besten zusammen: „Surfing is a great reason to start the day.“
- Athlet: Tamir Dudi, 26, Israel
- Disziplin: Para-Surfen (Adaptive Surfing)
- Ziel: Podium bei der Para-Surf-WM in Kalifornien, November 2026
- Training: 3–4 Sessions pro Woche plus Camp in Kalifornien
- Sponsoren: Billabong, Ultra Wave
Was das bedeutet
Para-Surfen wächst seit Jahren: Die ISA richtet eigene Weltmeisterschaften aus, die Disziplin ist aber bislang nicht paralympisch. Geschichten wie die von Dudi zeigen, warum sich das ändern könnte — sportlich wie menschlich. Und sie erinnern daran, was viele Surferinnen und Surfer ohnehin wissen: Das Meer ist für manche Menschen die beste Reha, die es gibt. Auch in Deutschland und Europa arbeiten Surftherapie-Projekte genau mit diesem Effekt.
Im November geht es für Dudi um Sekunden und Scores. Das Feld bei der WM ist stark, den Titel erwartet er selbst nicht — das Podium aber traut er sich zu. Mehr Wassersport-Geschichten findest du laufend auf POWERHALSE News, und wenn du selbst aufs Board willst, wirst du in unserem Shop fündig.
Was wir mitnehmen
Manchmal ist Surfen mehr als Sport: ein Grund, morgens aufzustehen. Wir wünschen Tamir Dudi für den November viel Wasser unter dem Board — hang loose.