Das Quiksilver Festival 2026 findet vom 19. bis 27. September in Hossegor, Capbreton und Seignosse an der französischen Atlantikküste statt. Neun Tage lang mischen sich ein Einladungs-Surfcontest an La Nord und La Gravière, Skate- und BMX-Sessions, Filmpremieren und vier Konzertnächte auf der Place des Landais – der Eintritt ist komplett frei. Surfer Magazine hat das Programm der vierten Auflage jetzt zusammengefasst.
Hintergrund: Ab 2004 war der Quiksilver Pro France ein Fixpunkt der Championship Tour, seit 2022 fehlt Hossegor im WSL-Kalender. Jérémy Florès, Lokalmatador und Sieger von 2019, brachte die Weltspitze 2023 mit dem Festival-Format zurück. Seitdem ist die Veranstaltung gewachsen – und für alle, die im September ohnehin nach Les Landes fahren, ein ziemlich guter Grund, den Trip genau in diese Woche zu legen.
Was passiert ist
Der Contest läuft ohne Rankingpunkte, dafür mit einer Startliste, die wie ein Klassentreffen der Tour wirkt: Bruce Irons kehrt an den Strand zurück, an dem er 2004 das legendäre Finale gegen seinen Bruder Andy verlor. Dazu Clay Marzo, Coco Ho, Mikey Wright, Kauli Vaast, Jack Freestone, Matt Wilkinson, Michel Bourez, Milla Coco Brown, Hughie Vaughan, Noah Beschen und Eithan Osborne. Aus dem französischen Lager sind unter anderem Joan Duru, Marc Lacomare, Maud Le Car und Juliette Lacome dabei.
Musikalisch übernimmt in diesem Jahr das Pariser Label Ed Banger die komplette Kuration. Myd, Busy P und Breakbot headlinen, dazu Alexsucks, Greenstar und Rebequita. Der Filmemacher und Grafiker SO ME, der die Ästhetik von Ed Banger seit zwei Jahrzehnten prägt, verantwortet die visuelle Identität des Festivals samt Installationen und einer limitierten Kollektion. Stab Magazine zitiert Contest-Direktor Miky Picon zur aktuellen Sandbank an La Nord: „It actually feels similar to the bank we had for the Quiksilver Pro France …“.
Die Eckdaten im Überblick:
- Zeitraum: 19. bis 27. September 2026, neun Tage
- Orte: Capbreton, Hossegor (Soorts-Hossegor) und Seignosse, Département Landes
- Contest-Spots: La Nord und La Gravière, wenige hundert Meter voneinander entfernt
- Musik: vier Live-Nächte auf der Place des Landais, kuratiert von Ed Banger
- Eintritt: frei, für Surf, Konzerte, Screenings und Signings
- Extras: inklusive Surf-Sessions mit Handisurf und Kind Surf, Dekarbonisierung der Eventflächen mit Partner Enedis
Was das bedeutet
Für deutsche Surfer ist Hossegor der nächstgelegene Weltklasse-Beachbreak: Von München sind es rund 1.300 Kilometer, von Köln knapp 1.200, von Hamburg etwa 1.600 – alles in einem langen Tag mit dem Camper machbar. Der September ist ohnehin der beste Monat an dieser Küste: Das Wasser hat noch 19 bis 21 Grad, die ersten Herbst-Groundswells aus dem Nordatlantik laufen ein, und die Sommercrowds sind weg. Die Campingplätze in Seignosse und Capbreton bleiben bis Ende September offen, die Preise fallen nach dem 1. September deutlich.
Wer selbst ins Wasser will, sollte den Contest-Bereich zwischen La Nord und La Gravière meiden und nach Norden ausweichen: Les Estagnots, Les Bourdaines und Le Penon in Seignosse arbeiten mit denselben Swells, sind aber deutlich entspannter. Die Unterwasser-Schlucht vor Capbreton, der Gouf de Capbreton mit über 4.000 Metern Tiefe, sorgt dafür, dass Swell hier praktisch ungebremst auf die Sandbänke trifft. Deshalb sind Wellen ab 1,5 Metern bei Niedrigwasser an La Gravière keine Anfänger-Session. Ein Fahrplan für Schwimmer und Surfschulen hängt an jedem Strandzugang.
Und dann ist da noch der Kalender-Kontext: Der Trestles Pro in Kalifornien mit dem WSL-Finale läuft parallel vom 11. bis 20. September. Wer die Titelentscheidung im Livestream verfolgen will, kann das abends vom Campingplatz aus tun – und tagsüber zusehen, wie Marzo und Irons ohne jeden Punktedruck surfen.
FAQ
Kostet das Quiksilver Festival Eintritt? Nein. Contest, Konzerte, Filmvorführungen und Signings sind kostenlos zugänglich.
Wo wird gesurft? An La Nord und La Gravière in Hossegor. Beide Spots liegen direkt neben der Place des Landais, dem Zentrum des Festivals.
Ist Hossegor im September für Anfänger geeignet? Ja, aber mit Vorsicht. Die Surfschulen in Seignosse und Capbreton nutzen die sanfteren Bänke bei mittlerer Tide. La Gravière bei größerem Swell ist Profi-Terrain.
Was wir mitnehmen
Ein Contest, bei dem es um nichts geht außer gute Wellen, eine freie Woche im September und ein Line-up, das man sonst nur im Stream sieht – das ist der Surftrip, den man sich in diesem Jahr gönnen sollte. Wer noch Neopren für die 19 Grad braucht, wird im Shop fündig, mehr Spot-Infos gibt es auf POWERHALSE. Hang loose. Ride loud.