Kelly Slater hat beim Tahiti Pro 2026 das Rematch gegen Gabriel Medina gewonnen. Der 54-jährige Wildcard schlug den dreifachen Weltmeister in Runde 2 mit einem Near-Perfect-Total von 19.06 von 20 Punkten — und zog in die dritte Runde ein.
Zwölf Jahre nach dem legendären Finale von 2014, das Medina an gleicher Stelle für sich entschied, trafen die beiden in Teahupoo erneut aufeinander. Der Contest läuft noch bis zum 18. August, die Wellen: 8 bis 12 Fuß, schwer und gefährlich.
Was passiert ist
Der Heat begann für Slater denkbar schlecht: Auf seinen ersten beiden Wellen wurde er regelrecht durchgespült, sein Board brach in zwei Teile. Medina legte derweil eine 6.50 vor. Doch dann drehte der Floridianer auf — mit einem späten Drop in eine tiefe, lange Tube, die ihm eine 9.73 einbrachte. Sechs Minuten später folgte die 9.33 zum 19.06-Total. Medina konterte mit einer 8.43, brauchte am Ende aber eine Score-Kombination und fand sie nicht. Slaters Fazit nach dem Heat, via Surfer Magazine: „It was fun, a lot of fun.”
Die Fakten aus Runde 2 im Überblick:
- Kelly Slater: 9.73 + 9.33 = 19.06 — Sieg gegen Gabriel Medina (8.43 + 6.50)
- Griffin Colapinto: perfekte 10 und 19.60 Heat-Total — Saison-Bestwert der Tour
- Nächster Gegner für Slater: Titelverteidiger Jack Robinson (AUS) in Runde 3
- Bedingungen: 8–12 Fuß, pumpender SSW-Swell in Teahupoo
Nur einer toppte Slater an diesem Tag: Griffin Colapinto — geboren sechs Jahre, nachdem Slater seinen ersten von elf Weltmeistertiteln holte — surfte eine perfekte 10 und stellte mit 19.60 das höchste Heat-Total der Saison auf.
Was das bedeutet
Slater kam als umstrittene Wildcard nach Tahiti: Hüft-OP, Karriereende 2024, drittes Kind — viele hätten den Startplatz lieber bei einem lokalen Surfer gesehen. Die Antwort gab er im Wasser, WSL-Kommentator Strider Wasilewski nannte ihn einen „possessed demon”. Sportlich ist der Sieg mehr als Nostalgie: Medina zählt in dieser Saison zu den Titelkandidaten — ein so früher Exit kostet ihn wertvolle Punkte im Rennen um die WSL-Krone. In Runde 3 wartet mit Jack Robinson nun der Titelverteidiger — ein Duell der Generationen, wie es die Championship Tour selten bietet. Für deutsche Fans gilt weiterhin: Teahupoo liegt 12 Stunden hinter MESZ, die Heats laufen also am deutschen Abend — perfektes Feierabend-Programm auf der Couch.
Was wir mitnehmen
Mit 54 ein gebrochenes Board wegstecken und dann zwei Neuner in die schwerste Welle des Planeten zimmern — Alter ist offenbar wirklich nur eine Zahl. Hang loose, ride loud.