Hurrikan Polo hat sich vor der mexikanischen Pazifikküste zu einem Kategorie-5-Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 290 km/h aufgeschaukelt und schickt bereits jetzt einen kraftvollen Groundswell nach Cabo San Lucas. Ab heute, Montag, rollt derselbe Swell weiter Richtung Süden Kaliforniens – mit deutlich höherem Wellengang bis in den Dienstag hinein.
Der östliche Pazifik erlebt 2026 eine außergewöhnlich aktive Hurrikansaison: sechs benannte Stürme, fünf Hurrikane, zwei davon schwere Kategorien – die angesammelte Sturmenergie liegt laut Berichten rund 300 Prozent über dem Normalwert, ein Effekt, den Meteorolog:innen vor allem den aktuell starken El-Niño-Bedingungen zuschreiben. Für Wassersportler:innen heißt das: mehr Swell-Fenster, aber auch mehr Tage, an denen der Ozean klare Grenzen zieht.
Was passiert ist
Am Freitag lag Polo rund 635 Kilometer südlich von Cabo San Lucas und durchlief laut Berichten eine der extremsten Intensivierungsphasen, die je im östlichen Pazifik dokumentiert wurden. Der resultierende Südost-Swell setzte an Cabos bekannten Spots bereits deutlich überkopfhohe Bedingungen in Gang, an den Top-Breaks mit Wellengesichtern von bis zu 4,5 Metern. Videos zeigen tiefblaue, rechtsbrechende Slabs direkt neben dem berühmten Arch – schnell, kraftvoll und in Kombination mit sturmgetriebenen Strömungen an den dortigen Felsformationen klar im Gefährlichkeitsbereich für alle außer sehr erfahrenen Big-Wave-Fahrer:innen. Parallel gelten für Baja California Sur Warnungen vor Küstenüberflutung, während in den Bundesstaaten Guerrero und Michoacán wegen Sturzfluten und Erdrutschen bereits Schulen geschlossen und Notunterkünfte geöffnet wurden.
Was das bedeutet
Für die Wellenreiter-Szene in Kalifornien ist die eigentliche Story der Ausblick: Ab Sonntagabend baut sich derselbe Groundswell an Süd-exponierten Stränden zwischen Los Angeles und San Diego auf und bleibt bis einschließlich Dienstag erhöht – begleitet von Gezeiten bis zu gut zwei Metern. Zusätzlich werden Küstenerosion und lokale Überflutungen von Long Beach bis Malibu erwartet. Wer ein Big-Wave-Ticket sucht, bekommt hier eines – wer einfach nur ins Line-up will, sollte die Bedingungen ernst nehmen, bevor er sich reinstürzt. Für Reisende aus Deutschland, die gerade Baja California oder Südkalifornien im Herbstplan haben: Ein Blick auf den aktuellen Forecast lohnt sich vor jeder Session in dieser Woche doppelt.
Was wir mitnehmen
Ein Kategorie-5-Hurrikan ist kein Grund zum Feiern, aber der Swell, den er hinterlässt, gehört zu den Momenten, in denen der Pazifik zeigt, wozu er fähig ist. Respekt vor der Kraft des Ozeans gehört für uns genauso zur Wassersport-Kultur wie die Vorfreude auf die nächste gute Welle. Mehr Swell-News und Forecasts gibt’s auf der Startseite, und wer sein Quiver für die nächste Session checken will, schaut im Shop vorbei. Hang loose. Ride loud.