Yago Dora hat den Vivo Rio Pro 2026 in Saquarema gewonnen. Im Finale setzte sich der Brasilianer bei chaotischen Bedingungen gegen den neuen Ranglisten-Ersten Leonardo Fioravanti durch – mit einem Heat-Total von 15,00 Punkten, dem höchsten Wert beider Endläufe.
Der Vivo Rio Pro war Stop 6 der WSL Championship Tour 2026 und das letzte Event vor der Saison-Halbzeitpause. In Saquarema (Bundesstaat Rio de Janeiro) gilt der Itaúna Beach als einer der lautesten Wellen-Hexenkessel der Tour – auch wenn die Wellenqualität diesmal nicht ganz mithielt.
Was passiert ist
Für Brasiliens Topstars lief es bis zum Finaltag bitter: Gabriel Medina, Filipe Toledo und Italo Ferreira schieden alle früh aus. Dann übernahm mit Yago Dora ein Lokalmatador – und schenkte dem Heimpublikum den Sieg.
Bei unaufgeräumter See vertraute Dora auf seine progressiven Airs und nutzte die wenigen guten Wellen eiskalt. Es ist sein zweiter Titel in Saquarema und sein erster Saisonsieg 2026. In der Gesamtwertung steht er jetzt als Weltranglisten-Zweiter da.
Bei den Frauen feierte Sawyer Lindblad (USA) ihren allerersten CT-Sieg. Im zähen, wellenarmen Finale mit nur 7,67 Punkten setzte sie sich gegen die erst 15-jährige Französin Tya Zebrowski durch, die ihr Debüt-Finale erreichte. Lindblad klettert auf Rang drei.
Was das bedeutet
Der eigentliche Gewinner der Woche heißt aber Leonardo Fioravanti. Der Römer stand zum zweiten Mal in Folge im Finale und übernimmt zum ersten Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot des Gesamtführenden – ein starkes Signal für Europas Surf-Szene mitten in der Saison.
Abseits der Ergebnisse gab Saquarema Stoff zum Diskutieren: Die Stadt hat ihren Vertrag mit der WSL bis mindestens 2028 verlängert, während gleichzeitig Gerüchte lauter werden, dass der französische Beachbreak Hossegor ab 2027 auf die Tour zurückkehren könnte – ein Spot, der vielen Surf-Fans aus Mitteleuropa deutlich näher liegt.
Jetzt geht die Tour in die Halbzeitpause und kehrt erst am 8. August in Teahupo’o (Tahiti) zurück, gefolgt von Cloudbreak (Fidschi). Beides sind Barrel-Spots – und Fioravanti gilt als ausgewiesener Tube-Spezialist. Die spannende Frage: Hält der heißeste Surfer der Tour sein Momentum über die lange Pause?
Was wir mitnehmen
Saquarema zeigt mal wieder: Nicht die perfekteste Welle macht das beste Event, sondern die Energie am Strand. Und mit einem Europäer in Gelb wird die zweite Saisonhälfte richtig spannend. Alle Wassersport-News bei POWERHALSE und Gear-Tipps gibt’s in unserem Shop. Hang loose, ride loud.
Quelle: Tracks Magazine – „Saquarema, Brazil: Sawyer Lindblad wins her first CT, Yago triumphs but Leo Fioravanti is wearing Yellow.“