Leonardo Fioravanti hat am 13. Juni 2026 den Surf City El Salvador Pro gewonnen — seinen ersten Sieg auf der Championship Tour (CT) nach fast einem Jahrzehnt unter den besten Surfern der Welt. Im Finale an der kräftigen Pointbreak-Welle Punta Roca (La Libertad, El Salvador) schlug der Römer den Weltranglisten-Ersten Italo Ferreira mit 8,33 zu 7,50 Punkten.
Der Event war Stop Nummer fünf der CT-Saison 2026 — also Halbzeit auf dem Weg zu den WSL Finals. Für Fioravanti, seit 2016 auf der Tour, war es der lang ersehnte Durchbruch. Bei den Frauen setzte sich Carissa Moore durch und holte ihren zweiten Sieg in Folge.
Was passiert ist
Fioravanti surfte das Finale dominant von vorne. Gegen Italo Ferreira, den aktuellen Spitzenreiter der Weltrangliste, legte der Italiener mit einer 8,33 vor und gab die Führung bis zur Schlusssirene nicht mehr ab. Mit dem Sieg klettert er auf Rang drei der Saisonwertung 2026. Der Weg dorthin war lang: 2015 brach sich Fioravanti am Pipeline in Hawaii den Rücken, im Vorjahr verpasste er dort knapp seinen ersten CT-Triumph.
Bei den Frauen lieferten sich zwei Weltmeisterinnen ein enges Finale. Carissa Moore zog mit einer 8,33 davon, Tyler Wright konterte mit einer 7,67 und einer 6,17 — doch Moore antwortete mit einer 6,67 und brachte die Führung über die Zeit. Es war ihr 30. CT-Sieg der Karriere und bereits der zweite Erfolg in Serie in dieser Saison. Titelverteidigerin Gabriela Bryan kam diesmal nicht bis ins Finale.
Was das bedeutet
Ein CT-Sieg eines europäischen Surfers ist selten — Fioravantis Triumph ist deshalb auch fürs Surfen in Europa ein Signal. Der Italiener galt jahrelang als Talent, das den ganz großen Coup schuldig blieb; in El Salvador hat er gezeigt, dass Ausdauer sich auszahlt. Auf der Frauen-Seite untermauert Moore ihre Form früh in der Saison und schiebt sich in eine starke Ausgangsposition fürs Titelrennen. Nach der Halbzeit der Tour wird jeder Heat zur Weichenstellung Richtung Finals.
Wer die CT-Saison 2026 mitverfolgt, erinnert sich: Erst vor wenigen Wochen sorgte Yago Dora mit der ersten perfekten 10 der Saison in Raglan für Aufsehen. Das Niveau an der Spitze ist eng — und Namen wie Fioravanti mischen die Hierarchie gerade ordentlich auf.
Was wir mitnehmen
Manchmal braucht der erste große Sieg fast zehn Jahre Arbeit — und kommt dann ausgerechnet gegen den Weltranglisten-Ersten. Genau das macht Wassersport so gut: dranbleiben, weiterpaddeln und den Moment nehmen, wenn er kommt. Hang Loose — Ride Loud.