Bei der Formula Kite Youth-Europameisterschaft und der parallel ausgetragenen KiteFoil Open Masters-Weltmeisterschaft im italienischen Gizzeria sind die ersten Titelpunkte vergeben. Nach dem Auftakttag führen Jan Koszowski (Polen) bei den Youth-Männern, Catalina Turienzo (Argentinien) bei den Youth-Frauen und Antoine Paillette (Frankreich) im Masters-Feld.
Gefahren wird bis zum 5. Juli am Hang Loose Beach in Kalabrien – einem der etabliertesten Kite-Racing-Spots Europas. Formula Kite ist die olympische Renndisziplin des Kitesports: Statt Big-Air-Sprüngen zählt hier reines Tempo auf dem Hydrofoil, mit Kursen um Bojen und Geschwindigkeiten, bei denen der Start oft über das ganze Rennen entscheidet.
Was passiert ist
Leichter Wind wich am ersten Tag einer thermischen Brise, die auf rund 18 Knoten auffrischte – genug, damit alle drei Flotten ihre vier geplanten Rennen durchzogen.
Bei den Youth-Männern lieferte Rennen 2 das Drama des Tages: Der Franzose Nell De Jaham führte klar, stürzte dann aber und öffnete Koszowski die Tür zum Sieg. Mit zwei Laufsiegen und zwei dritten Plätzen ging der Pole als Führender in den Feierabend, punktgleich mit dem Schweizer Karl Maeder; sein Landsmann Piotr Szymiec liegt auf Rang drei. „I’ll definitely focus on better starts“, kündigte Koszowski an.
Bei den Youth-Frauen gab Catalina Turienzo den Ton an und gewann alle vier Rennen. Dahinter sortierten sich Svetlana Trusova und die Türkin Derin Deniz Sorguc als erste Verfolgerinnen ein. Im Masters-Feld setzte sich Antoine Paillette mit nur einem Punkt Vorsprung auf Federico Aguilar an die Spitze, gefolgt von James Johnsen (Dänemark) und Simone Romano (Italien) – die Top vier trennen ganze drei Nettopunkte.
Was das bedeutet
Formula Kite steht seit Paris 2024 im olympischen Programm und bleibt bis Los Angeles 2028 die Disziplin, an der sich die schnellsten Kite-Racer der Welt messen. Die Youth-EM ist dabei das Nachwuchs-Schaufenster: Wer hier vorn mitfährt, taucht ein paar Jahre später oft in den nationalen Olympia-Kadern auf – auch für das deutsche Team ist Foil-Racing der Weg Richtung LA 2028.
Für uns ist das ein bewusster Perspektivwechsel: Auf POWERHALSE ging es beim Kiten zuletzt viel um Big Air und Freestyle. Formula Kite zeigt die andere Seite des Sports – präzise, taktisch, und näher am Segelsport als an der Sprungshow. Wer die aktuellen Wassersport-News verfolgt, sieht hier gut, wie breit Kiten inzwischen aufgestellt ist.
Was wir mitnehmen
Ein Event namens „Hang Loose Beach“ fühlt sich für uns fast wie ein Heimspiel an – auch wenn es auf dem Foil ums letzte Zehntel geht. Enges Racing, junge Talente, drei Titel offen: Wir bleiben dran. Bis dahin gilt: locker bleiben, sauber starten. Passendes Setup für deine eigene Session findest du in unserem Shop.