Beim Surf100-Finale 2026 hat nicht die Jury entschieden, wer 100.000 Dollar gewinnt, sondern das Publikum: Per Live-Voting kürte die Community Dakoda Walters zum Sieger vor Joel Parkinson, Noa Deane und Dimitri Poulos. Ausgetragen wurde das Finale am 9. September in Oceanside, Kalifornien.
Surf100, präsentiert von Pacifico und veranstaltet vom Magazin Stab, ist ein 100-minütiges Surf-Showdown im Fan-Judging-Format – keine Wertungsrichter, sondern zehntausende Zuschauer:innen entscheiden per Online-Widget live über jede Welle. Für die Wassersport-Community ist das mehr als ein Gimmick: Es ist ein Testlauf, ob Fans genauso gut urteilen können wie ausgebildete Judges.
Was passiert ist
Vier Finalisten traten im Wiretap-Format an, mikrofoniert und live kommentiert von Yadin Nicol, Todd Richards und Brett Simpson: Der frühere Weltmeister Joel Parkinson, Noa Deanes (Stab Surfer of the Year 2025), Dimitri Poulos und Dakoda Walters. Über 40.986 Stimmen gaben die Zuschauer:innen im Finale ab. Auffällig: Die Crowd ließ sich nicht von Titeln oder Bekanntheit beeindrucken – Parko und Noa brachten die größere Surf-Prominenz mit, punkteten aber nicht automatisch besser. Dimitri hatte den lautesten Anhang im JS Garage, wo hunderte Zuschauer:innen die Live-Übertragung verfolgten, darunter etliche CT-Profis, die zeitgleich für den Trestles Pro in der Gegend waren. Am Ende setzte sich Dakoda Walters durch, der sich als Erster aus der achtköpfigen Surf100-Challenge-Series-Vorrunde gekämpft hatte – unter anderem mit Siegen bei „Capture the Flag” in Blacks Beach und „King of the Hill” in Oceanside. „This is more money than I’ve ever seen in my life. Thank you so much” (dt.: „Das ist mehr Geld, als ich je gesehen habe. Vielen, vielen Dank”), sagte ein sichtlich bewegter Walters nach dem Sieg.
Was das bedeutet
Dass parallel zum Finale auch ein Publikums-Judging-Wettbewerb lief – gewonnen von einem Surf-Podcaster und einem echten Profi-Wertungsrichter – ist für Stab der Beweis, dass die Crowd tatsächlich etwas vom Sport versteht. Für die Surf-Szene ist das relevant: Fan-Voting-Formate wie Surf100 testen, ob sich Community-Beteiligung und Preisgeld-Contests jenseits der etablierten Tour-Strukturen langfristig etablieren können – und ob Nachwuchssurfer wie Walters über solche Formate schneller an große Summen kommen als über den klassischen Weg via Challenger Series. Für die deutsche Szene ist das vor allem als Trend interessant: Community-Judging und Live-Voting-Formate tauchen zunehmend auch bei kleineren, lokal organisierten Contests auf – als Weg, Zuschauer:innen stärker einzubinden statt sie nur zuschauen zu lassen.
Was wir mitnehmen
100.000 Dollar, entschieden von der Community statt von einer Jury mit Punktezetteln – das ist genau die Art Wassersport-Kultur, die wir gerne sehen: näher an den Fans, weniger an Titeln und Resümees. Mehr Wettbewerbsformate und Trends verfolgen wir auf der Startseite, und wer nach dem nächsten Wassersport-Event Lust auf Ausrüstung bekommt, schaut im Shop vorbei. Hang loose. Ride loud.